Willkommen beim Tierschutz Projekt Ungarn e.V
Betrifft Fernsehbeitrag über Tierhilfe West Tote Stadt
Aufgrund zahlreicher Anfragen haben wir uns entschlossen offen über dieses Thema zu berichten. Obwohl wir seit über 20 Jahren aktiv in Ungarn arbeiten, und ebenso ganz in der Nähe von Siofok unser Hauptprojekt, das Tierheim Székesfehérvár betreuen, ist uns diese
ominöse Tote Stadt nicht bekannt. Im Gegenteil, wir halten diese Art der Berichterstattung für äußerst fragwürdig. Alte leer stehende Gehöfte, wo sich Hunde aufhalten, gibt es in Ungarn zu Hunderten. Nachdenklich macht mich auch die Tatsache, wenn diese Hunde nicht versorgt werden, wovon leben sie? Wäre es nicht eher die Aufgabe der Tierheimleitung Siofok, die ja scheinbar ganz in der Nähe ist, diesen Tieren zu helfen? Oder warum wird in diesem Beitrag nicht die Adresse dieses Gehöftes genannt. Als andere Möglichkeit bietet sich an den zuständigen Notar der Stadt Siofok über dieses Thema zu informieren, denn es ist seine Aufgabe dieser Sache nachzugehen. Tierquälerei ist auch in Ungarn ein strafbares Vergehen und der zuständige Notar müsste hier einschreiten. Warum werden diese Wege nicht gewählt? Oder ist es eher ein reißerischer Beitrag um Zuschauerquoten zu erlangen?
Ebenso wurde in diesem Beitrag nicht erwähnt, dass es in ganz Ungarn ca. 84 Hundefängeranlagen gibt. Auch diese Anlagen werden kontrolliert. Warum in so einer Anlage mit versteckter Kamera gefilmt werden muss ist für mich unverständlich, denn das Betreten ist während der Öffnungszeiten in der Regel kein Problem. Dieser ganze Beitrag ist meiner Meinung nach kontraproduktiv für den Tierschutz vor Ort. Eine Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden ist absolut ratsam, denn nur zusammen kann man etwas für die Tiere erreichen. Nach meiner Information gibt es etliche deutsche Organisationen die das Tierheim Siofok fördern. Nicht nachvollziehbar ist für mich die Aussage am Ende des Beitrages, dass die Tiere nach ca. 20 Stunden Fahrt!!! an Autobahnraststätten an ihre neuen Besitzer übergeben wurden. Tierschützer aus ganz Europa setzen sich für die Transportdauer von so genannten Nutztieren von 8 Stunden ein (z. Zt. 12 Stunden). Aber das Hunde über 20 Stunden transportiert werden, um dann ihnen fremden Menschen übergeben zu werden, ist Tierschutz?
Wir vom Tierschutzprojekt Ungarn möchten uns sowohl von dieser reißerischen Berichterstattung als auch von der Tierhilfe West distanzieren.
Ich selber werde in den nächsten Tagen nach Ungarn reisen und versuchen nähere Informationen zu bekommen.
Wolfgang Stephanow
Wir denken diese Bilder sprechen für sich. Sie wurden vor einigen Tagen in Derecske/Ungarn aufgenommen. Es regnete in Strömen, und wir mussten einige der kleineren Hunde aus den Zwingern holen damit sie nicht ertrinken. In diesem Tierheim kämpfen die Tiere um Leben und Tod. Der Regen, Schnee, Minustemperaturen machen das Leben zur Qual.Für die hier untergebrachten Tiere geht es täglich ums nackte Überleben. Die starken Tiere werden es vielleicht schaffen, die Schwachen haben kaum eine Chance. Erschwerend kommt hinzu, dass eine regelmäßige Futterversorgung oftmals nicht gewährleistet ist.
Wie in vielen ungarischen Tierheimen, werden auch hier in Derecske, die Hunde mit Essensresten aus Kantinen und Schulküchen gefüttert. In ein paar Tagen beginnen die Ferien und damit schließen diese Einrichtungen. Vor ein paar Tagen stand ich völlig hilflos vor diesen Hunden. Natürlich ist mir bewusst, dass man nicht allen helfen kann. Und das tut sehr weh.
Ich wende mich heute an Sie, mit der Bitte, hier in Derecske zu helfen. Mit Ihrer freundlichen Unterstützung können wir gemeinsam zumindest für genügend Futter sorgen. Helfen Sie, dass die Hunde bei ungünstigen Witterungsverhältnissen nicht auch noch zusätzlich hungern müssen.
Ich bin mir sicher, Sie werden die Hunde in Derecske in ihrem Kampf ums Überleben nicht im Stich lassen.
Ihr Wolfgang Stephanow
Denn jede Seele zählt.
OB Hesky verteidigt Hundefängeranlage in Baja
Sehr geehrte Mitglieder, Freunde und Förderer des Tierschutzprojektes Ungarn,
Mit dieser Protestpostkarte, gegen die unzumutbaren Umstände in der Hundefängeranlage in Baja, forderten wir Sie auf, Ihren Protest an den Oberbürgermeister Herrn Hesky (Stadt Waiblingen) zu senden. Viele sind unserem Aufruf gefolgt und haben diese Protestkarte ausgefüllt an den OB Hesky geschickt. Hierzu möchten wir Ihnen herzlich danken.
Herr Hesky widerum verschickt nun entsprechende Antwortkarten [31 KB]
an Sie. Etliche Tierfreunde haben mich ( Wolfgang Stephanow) in den letzten Wochen angesprochen, und fragten, in wie weit der Inhalt der durch Hr. Hesky verschickten Antwortpostkarte zutrifft. Bewusst habe ich mir für diese Antwort länger Zeit genommen, denn ich wollte nicht Vermutungen äußern.
Lesen Sie im folgendem Beitrag unsere Stellungnahme zu Herrn Heskys Antwortkarte ....
Sehr geehrte Mitglieder, Freunde und Förderer des Tierschutzprojektes Ungarn,
vor einigen Wochen haben viele von Ihnen eine Antwortpostkarte vom Oberbürgermeister der Stadt Waiblingen [31 KB], Herrn Hesky, bekommen. Für diejenigen von Ihnen, die den Sachverhalt nicht näher kennen hier eine kurze Erklärung: Waiblingen ist die deutsche Partnerstadt der ungarischen Stadt Baja welche die Hundefängeranlage betreibt. Herr Hesky reagiert mit dieser Postkarte auf unseren Protestaufruf, mit dem wir Ihn gebeten haben Einfluss auf die Stadt Baja zu nehmen, bzw. ihn auf die untragbare Situation in der dortigen Hundefängeranlage hinwiesen. Etliche Tierfreunde haben mich in den letzten Wochen angesprochen und fragten nach, in wie weit der Inhalt der durch Hr. Hesky verschickten Antwortpostkarte zutrifft. Bewusst habe ich mir für diese Antwort länger Zeit genommen, denn ich wollte nicht Vermutungen äußern. In den letzten Wochen habe ich zu diesem Thema recherchiert und bin nach Baja gefahren, um mir ein Bild direkt vor Ort machen zu können. Verwunderlich finde ich es nach wie vor, dass Herr Hesky den direkten Kontakt mit mir meidet, und nur über die Medien oder Presse mit mir kommuniziert. Herr Hesky schreibt zum Beispiel:... ich hätte ihm nicht die Adresse der Hundefängeranlage Baja genannt. Diese Aussage ist nicht richtig. Richtig ist: Er hatte mich per Mail nach der Adresse gefragt. Ich habe ihm wahrheitsgemäß geantwortet, dass mir eine Adresse nicht bekannt ist. Zu Ihrem besseren Verständnis: Die Hundefängeranlage liegt weit außerhalb der Stadt Baja, und ist nur über einen schwer befahrbaren Feldweg zu erreichen. Es gibt dort kein Straßenschild. Sicherlich wird es eine Adresse geben, denn dort steht unter anderem ein kleines Gehöft und die Hundefängeranlage, doch mir wurde nie eine Adresse genannt.
Ich habe Herrn Hesky angeboten, ihn bei einem eventuellen Besuch zu begleiten und ich würde mich hierfür nach seinen Termin richten. Über die Waiblinger Presse musste ich dann erfahren, dass Herr Hesky Tierschützer für zu emotional hält, und daher auf meine Begleitung verzichtet hat.
Desweiteren schreibt Herr Hesky: Der Zweck der Station sei: die Möglichkeit zur Unterbringung herrenloser Hunde durch die umliegenden Städte und Gemeinden zu schaffen, da diese Tiere ggf. eine Gefahr für die Menschen darstellen. Ich will nicht abstreiten, dass es in Ungarn, ebenso wie bei uns in Deutschland, gelegentlich Beißunfälle gibt, bei denen Menschen verletzt werden. Diesen leidigen / zweifelhaften Versuch eine Daseinsberechtigung für eine solche Anlage zu schaffen, höre ich leider immer wieder.
Herr Hesky schließt sich dieser Argumentation leider an. In Ungarn gibt es über 80 Hundefängeranlagen, Baja ist eine davon. Hier werden, um es auf den Punkt zu bringen, nicht gewollte, schutzlose Tiere, mehr oder weniger brutal ermordet! Nicht mehr und nicht weniger. Das Betreiben eines Tierheimes, oder groß angelegte Kastrationsaktionen, sind den lokalen Politkern zu teuer. Wenn man sich einmal die Statistiken ansieht über die Beißunfälle in ganz Ungarn dann sind die, die durch Streunerhunde passieren, ein ganz geringer Bruchteil. Schaut man sich die ungarischen Statistiken zu den durch herrenlose Hunde /Straßenhunde verursachten Beißunfällen an, stellt man schnell fest, dass diese Hunde nur zu einem kleinen Teil an Beißvorfällen beteiligt sind. Am 15.12.2011 habe ich die Hundefängeranlage in Baja unangemeldet besucht. Da ich die Leute kenne wurde ich eingelassen und durfte mir alles ansehen. Wenige Monate vorher, wurde ein mir beauftragter deutscher Besucher, mit dem Hinweis, dass er den Besuch
vorher bei der Stadtverwaltung anzumelden habe, abgewiesen. Bei meinem Besuch waren 28 Hunde in der Anlage, einige davon schwer krank mit hohem Fieber. Unter anderem fand ich eine verletzte Schäferhundmischlingshündin vor. Der Hündin fehlte ein Auge und ein Ohr war verletzt. Die Verletzungen sahen wie typische Bisswunden aus. Das Tier war nicht tierärztlich versorgt. Offensichtlich gibt es nach wie vor keine funktionierende, organisierte ärztliche Versorgung der Tiere. Auch fand ich zwei ca. 6 Wochen alte Welpen vor, untergebracht in einem Betonverschlag ohne Tageslicht oder Heizung. Beide Tiere waren deutlich unterkühlt. In dem Lagerraum für tote Tiere sah ich zwei große Container, randvoll mit Hundekadavern. Die Stadt Baja hat, obwohl ich dies nachweislich mehrfach angeboten habe, bis zum heutigen Tag keinen Kontakt zu mir aufgenommen.
Auch unternimmt sie nichts um die Hunde zu vermitteln. Ich konnte keine ernsthaften Vermittungsabsichten seitens der Stadtverwaltung feststellen.
Herr Hesky beteuert in seinem Schreiben: dass auch ihm persönlich der Tierschutz und ein artgerechter Umgang mit den Hunden ein großes Anliegen ist ..
Das will ich nicht abstreiten. Aber leider unternimmt er nichts, um diese noch immer unhaltbare Situation in Baja zu beenden. Ich habe an diesem Tag 6 kranke Hunde mitnehmen können. Sie werden in unserem befreundeten Tierheim in Ungarn nun tierärztlich behandelt.
Herrn Hesky ist der artgerechte Umgang mit Hunden ein großes Anliegen. Aber was macht er?
Ihr
Wolfgang Stephanow
(Alle hier gezeigten Fotos wurden am 15.12.2011 in der Hundefängeranlage in Baja aufgenommen. An diesem Tag waren keine Hunde von denen eine Gefahr für Leib und Leben ausgeht hier untergebracht. Auch bei den, in der Vergangenheit unzähligen Besuchen dieser Anlage, sahen wir nur sehr, sehr selten Tiere die als gefährlich anzusehen waren.)
Fohlen für den Schlachter !
Die diesjährige letzte Fohlenauktion in Maishofen kostet wieder vielen kleinen Fohlen und Pferden das Leben. Tiere, die bisher keinen neuen Besitzer gefunden haben, werden hier zusammengetrieben, um für ein paar Euros an die Schlachtbetriebe verkauft zu werden. Um wenigstens ein paar Tieren dies zu ersparen, fuhren Wolfgang Stephanow und Rene Plamper zur Fohlenauktion nach Maishofen in Österreich. Was sie dort sahen und erlebten lesen Sie in dem folgenden Reisebericht.
Wie jedes Jahr brach ich Ende Oktober nach Österreich/Maishofen auf. Dank der Unterstützung vieler Tierfreunde waren wir in der Lagewieder ein paar Fohlen den grausamen Tod im Schlachthof zu ersparen. So fuhren wir Richtung Österreich/Maishofen. Am 25.10.fand hier, wie jedes Jahr, die letzte große Versteigerung statt. Über 200 Fohlen sowie viele ausgewachsene Pferde wurden hier letztmalig zum Kauf angeboten. Das bedeutet, dass diese Pferde in den vorangegangenen zwei Versteigerungen keinen Zuschlag bekommen haben, nun an diesem kalten, eisigen Morgen hier standen, um ihre letzte Reise anzutreten. Wir waren schon einen Tag früher angereist, und mussten am frühen Morgen des Tages vor der eigentlichen Pferdeauktion beobachten, wie ein sichtlich gereizter Bauer, kleine Kälber die Laderampe herunter warf. In einem Pferdetransporter hatte er 10 kleine Kälber gesperrt, und da diese freiwillig nicht heraus wollten, griff er sie und schleuderte sie brutal die Rampe herunter. An diesem Tag wurde mir wieder einmal bewusst, wie wenig manchen Menschen ein Lebewesen bedeutet. Auf unseren Protest und unsere Schreie reagierte er nicht, er entlud auf seine Weise die Ware weiter. Kälber, die an demselben Tag, in einem Sammeltransport ,mit vielen anderen Leidesgenossen in die Schweiz transportiert wurden um dort als Kalbfleisch zu enden.











